Buchtipps

Aus unserem Antiquariat : Valerian Tornius , Salons – Bilder gesellschaftlicher Kultur aus fünf Jahrhunderten . 2 Bde.

Ihre Bedeutung lag zunächst in der Entfaltung und Pflege verfeinerter gesellschaftlicher Kultiur . Eine Institution, die sich seit der Renaissance , vorallem seit dem 16.Jahrhundert in Frankreich und ab dem dem 17.und 18.Jahrhundert in ganz Europa ausbreitete. Bd. 1 Renaissance und Barock , Bd.2 Rokoko ; Empfindsamkeit und Romantik . 3.erweiterte Ausgabe , 225/257 Seiten in Frakturschrift, 48 Fototafeln, Lesebändchen,  Lpz Klinkhardt & Biermann, 1918

 

Aus unserem Antiquariat: Napoleon an Josephine. Briefe der Liebe.

Napoleon Bonaparte war nicht nur ein genialer Feldherr und Stratege. Der Kaiser der Franzosen war auch ein Romantiker alter Schule, was man an seinen weltbekannten Liebesbriefen an Josephine sieht.Hardcover. Leinenband. 237 S. mit 17 Tafeln.

 

Aus unserem Antiquariat :Alexander von Gleichen-Russwurm : Das galante Europa – Geselligkeit der grossen Welt 1600-1789.

Dieser schöne fast 500 Seiten starke Band , Leinen , Fadenheftung, Lesebändchen, zeigt die Entfaltung des kulturellen Lebens in allen seinen Nuancen. Durch das sehr detailierte Inhaltsverzeichnis nach dem Vorwort ist es möglich auch nur abschnittsweise den Text zu lesen. Erleichtert wird dies durch das praktische Leserbändchen. Vorwort… Es handelt sich in diesem Band vom galanten Europa um die nächstliegenden Wurzeln aller Gebräuche und Anschauungen des 19. Jahrhunderts, um die Entstehungsgeschichte vieler heute im täglichen Leben geläufiger Begriffe und Gewohnheiten. …
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Carel van Schaik, Kai Michel „Das Tagebuch der Menschheit“

Analog zur Vertreibung aus dem Paradies trägt das erste Kapitel des Buches die Überschrift „Als das Leben schwierig wurde“. Das war vor ca. 12000 Jahren, als die Menschheit sesshaft wurde. Die Zeit des freien Sammelns und Jagens nahm zwangsläufig ein Ende, es begann die Mühsal der agrarischen Naturproduktion. Ackerbau und Viehzucht brachten die Erfindung des Eigentums als folgenreichste Konsequenz des Sesshaftwerdens mit sich. Aus dem, was für jeden Umherziehenden frei zugänglich war, entstand nun der Besitz, das Eigentum. Meins und deins und somit der Kampf um Erwerb und dessen Verteidigung. Die Autoren sehen dies als den eigentlichen Sündenfall.

Die Menschen mussten sich mühsam anpassen. Die Bibel dokumentiert auf verblüffende Weise wie Gewalt, Kampf, Krieg und Ausbeutung das Leben des Menschen prägten.

Sie zeigt aber auch, woher das Bedürfnis nach Spiritualität stammt und weshalb uns nicht schon immer die Angst vom Tod umtrieb.

Die beiden Autoren nehmen uns mit auf eine Reise voller Überraschungen, die von Eden bis nach Golgotha und zur Apokalypse führt. Dabei eröffnet sich eine neue Perspektive auf die kulturelle Evolution des Menschen und der Religion, die nicht zuletzt verständlich macht, warum wir instinktiv immer noch eine Sehnsucht nach dem Paradies verspüren.

Das überaus interessante und spannend geschriebene Buch ist im Rowohlt Verlag erschienen.  JH

 

 

Heinz Schilling „1517 – Weltgeschichte eines Jahres“

In diesem Buch wird das Zeitalter der Reformation aus einem globalen Blickwinkel betrachtet.
Ausgangspunkt sind die großen Ereignisse von 1517, die die Welt dieser Zeit prägen. Man erstaunt, welche Ereignisvielfalt diese Zeit und besonders dieses Jahr zu bieten hat. Fremde Länder und Kontinente rücken dabei ins Licht, Machtkonstellationen und unterschiedliche Lebensverhältnisse werden berücksichtigt. Wir lernen den entstehenden Geld- und Warentransfer kennen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Menschen im 16. Jahrhundert trotz der Entdeckungen sowie der europäischen Expansionen noch weitgehend vom Rest der Welt getrennt lebten, so versteht man besonders die Bedeutung der Entwicklungen.
1517 in seiner Epoche des Umbruchs brachte weltweit entscheidende Veränderungen, neben den Religionen vor allem politische, klimatische und ökonomische, und somit große Verunsicherungen für die Menschen.
Mit diesem Buch hat Heinz Schilling, Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt Universität Berlin, ein fulminantes Buch im Reformationsjahr vorgelegt. Das Buch ist im renommierten C. H. Beck Verlag erschienen. Von dem gleichen Autor liegt auch die berühmte Luther-Biografie „Martin Luther – Rebell in einer Zeit des Umbruchs“ bereits in der 3. Auflage vor.
Da im Werk globale Geschichtsereignisse weltweit dargestellt werden, lohnt es sich beim Lesen Putzgers Historischen Atlas parallel zur Kenntnis zu nehmen.

 

Christopf Ransmayr „Cox“

Der Versuch die die Zeit mit einer zeitlosen Uhr zu erfassen, ist das zentrale Thema des neuen Romans „Cox – oder der Lauf der Zeit“

Cox ist der berühmteste Uhren- und Automatenbauer seiner Zeit. Sein Ruf ist aus London an die Königshöfe Europas des 18. Jahrhunderts gelangt, in deren Auftrag er die perfektesten und kostbarsten Uhren und Präzisionswerke baut. Als Geschenke der Ostindiengesellschaft sind diese vollkommenen Kunstwerke bis zu Quionlong, dem allmächtigen Kaiser von China, gelangt.

Der Kaiser ein Liebhaber und Sammler von Uhren und anderen machanischen Meisterwerker schickt zwei Gesandte, um Cox mit seinen wichtigsten Mitarbeitern nach Peking in die Verbotene Stadt einzuladen.

So wie die Uhren von Cox ist dieser Roman von Ransmayr ein Meisterwerk an Schönheit der Sprache und Vergänglichkeit der Zeit.

Der größte Wunsch des Kaisers ist eine Uhr für die Ewigkeit.

Eines der schönsten Bücher dieses Jahres. JH

 

Christian Kracht „Die Toten“

Anhand von zwei Erzählsträngen führt uns Christian Kracht in seinem neuen Roman „Die Toten“ die Filmkultur der 30er Jahre vor Augen.

Erzählt wird einerseits die Geschichte von Emil Nägeli, einem schweizerischen Regisseur, der zur Festigung der deutsch-japanischen Verbindung einen deutschen Film in Japan drehen soll. Andererseits erfahren wir von Masahiko Amakasu, der in Japan ein Komplott gegen die internationale Allmacht des Hollywoodfilms vorbereitet.

Im Vordergrund der beiden Schauplätze Berlin und Japan treffen wir auf historische Personen, wie Charlie Chaplin, Sigfried Kracauer und Lotte Eisner.

Dass der Roman sich nur schemenhaft an wirkliche Begebenheiten hält, tut dem Buch keinen Abbruch, da er einen doch dazu inspiriert, sich den einen oder anderen Film der 30er Jahre wieder anzuschauen und sich auch näher mit den realen Persönlichkeiten wie Kracauer auseinander zu setzen.

Ein empfehlenswerter Roman, nicht nur aufgrund seiner wirklich schönen Sprache.

 

Don DeLillo „Null K“

Der 1936 in  New York geborene Autor nimmt sich so wie in seinen früheren Büchern – vor allem „Unterwelt“, „Amerikana“, sowie „Bluthunde“ – auch in seinem neuen Buch aktuellen, zeitgeschichtlichen Themen an, die er sprachlich hervorragend konstruiert.

Der über sechzig jährige als Großinvestor agierende Ross Lockhart engagiert sich in einem Unternehmen, das den Tod ausschalten will.

Das Projekt besteht vor allem darin, dass sich derzeit unheilbar Kranke einfrieren lassen und erst dann wieder zum Leben erweckt werden, wenn die Technik der Medizin soweit ist, die Krankheit zu heilen.

Artis Martineau, die erheblich jüngere Frau von Ross Lochart, ist geradezu prädestiniert für dieses Projekt. Ross Sohn, der anreist, um von seiner Stiefmutter Abschied zu nehmen, ist der Ansicht, dass der Mensch im Hier und Jetzt lebt und somit sein Schicksal vorgegeben ist.

Ross selbst verteidigt die mit seiner Frau gemeinsam getroffene Entscheidung mit der Begründung, dass es den Menschen gerade auszeichnet, Einfluss auf sein Schicksal nehmen zu können.

De Lillos Bücher umkreisen alle Themen – besondere Lebensformen sowie Verlust und Tod. Seine Bücher sind dabei in keiner Weise trist, sondern zeichnen sich durch besondere Vitalität aus. Dazu kommt die Eleganz und Schönheit der Sprache, weswegen Don Delillo seit Jahren als Nobelpreisträger gehandelt wird. JH

 

Martin Mosebach „Mogador“

Mogador – die alte Bezeichnung der berühmten marokkanischen Küstenstadt „Essaouira“ ist der Titel des neuen Romans des mit vielen Literaturpreisen ausgezeichneten Autors Martin Mosebach.

Die Geschichte beginnt in einem Hammam, in dem sich der junge Investmentbanker und Finanzjongleur im doppelten Sinne zu läuten versucht.

Persönlich aus kleinen Verhältnissen stammend hat Patrick Elff die aus großbürgerlicher Familie stammende Pilar geheiratet. Als unabhängige Immobilienmaklerin arbeitet sie ohne Erfolgsdruck ihren Zielen entgegen.

Patrick als promovierter Philologe ist über Umwege zum Unternehmensberater einer renommierten Düsseldorfer Bank geworden und hat sich dort zielstrebig ins mittlere Management hochgearbeitet.

Sein wichtigster Kunde ist der international agierende marokkanische Geschäftsmann Pereira, der ihn bei einem Essen in einem exklusiven Pariser Restaurant derart beeindruckt, dass er für ihn die Abwicklung eines „Geschäfts“ mit der Ukraine übernimmt. Obwohl es Patrick bei genauerem Hinsehen klar sein muss, dass hier Korruption im Spiel ist, lässt er sich vom Charisma seines Auftraggebers Pereira so beeindrucken, dass er wie schlafwandlerisch die gewünschten Transaktionen ausführt. Nachdem ein etwas unangenehmer Untergebener Patricks erhängt aufgefunden wird, bei dem Buchungen auftauchen, die weit über seine Zuständigkeiten hinausgehen, beginnt sich nicht nur die Presse sondern auch die Polizei für die Angelegenheit zu interessieren. Bei einem Pressegespräch ergreift Patrick Panik, er springt aus dem Fenster, besteigt ein Taxi, lässt sich nach Brüssel zum Flughafen chauffieren und fliegt von Zaventem nach Marrokko. Er begibt sich nach Mogador, da auch sein großer Auftraggeber Pereira aus Mogador stammt, wo er gelegentlich in seinem eigenen Luxushotel residiert. Mosebachs Schilderungen der für Patrick völlig fremden Welt fasziniert durch ihre sprachliche Exaktheit.

Wer diesen neuen Roman Mosebachs beginnt, wird so fasziniert sein, dass er die spannungsgeladene Geschichte geradezu aufsaugen wird.

 

Zwei Neuerscheinungen im Jugendbuch

C. J. Daugherty  „Secret Fire – Die Entflammten“   


In dem Fantasyroman „Secret Fire – Die Entflammten“ geht es um zwei 17-Jährige, die in verschiedenen Welten leben und doch zueinander kommen. Der draufgängerische Sacha lebt in Paris, auf ihm liegt ein schrecklicher Fluch: Bis zu seinem 18. Geburtstag ist er unsterblich, aber dieser Tag ist als sein Todesdatum vorgesehen. Taylor, ein schlaues englisches Mädchen, hat einen großen Traum: Sie will an der Universität von Oxford studieren, wo ihr Großvater Professor ist. Auch sie ist kein normaler Teenager, doch weiß sie lange nichts von ihren Kräften.
Die beiden lernen sich über ihre Lehrer kennen und ahnen nicht, dass sie gar nicht so verschieden sind, wie es anfangs wirkt. Sie chatten über eine Internetseite miteinander und treffen sich sogar einmal in Paris. Nach und nach entdecken sie Gemeinsamkeiten in der Geschichte ihrer Vorfahren, die bis ins späte 17. Jahrhundert zurückführt.
Das Buch ist der erste Band einer neuen Reihe der Night-School-Autorin C.J.Daugherty und auch diesmal wieder sehr spannend und humorvoll geschrieben. Die Geschichte bleibt lange geheimnisvoll, da auf dem Bucheinband nichts über den Inhalt zu lesen ist, und auch die  Beschreibung der Figuren nur wenig Rückschlüsse zulässt. Eine empfehlenswerte Sommerlektüre.

Roman erscheint am 22. August.

Amelie Buchwald, 14 Jahre

 


Stephanie Tromly „Digby“


„Digby“ ist ein spannend geschriebener Roman von Stephanie Tromly. Er handelt von der 16-jährigen Zoe, die nach der Trennung ihrer Eltern mit ihrer Mutter in einen Außenbezirk von New York zieht. Dort trifft sie Digby, der sie dazu überredet, mit ihm zusammen die Entführung seiner kleinen Schwester aufzuklären, die vor acht Jahren verschwunden ist. Zusammen erleben sie eine Katastrophe nach der anderen, auch weil sie vieles tun, was nicht erlaubt ist: Sie schwänzen die Schule, brechen bei einem Frauenarzt ein, nehmen Drogen; sie werden verhaftet und beschossen. Doch das stört Digby nicht. Er macht einfach weiter und zieht Zoe immer tiefer in seine Geschichte. Dabei haben die beiden auch dabei eine Menge Glück.

Das Buch ist voller Action und vieler Gags. Das Ende ist überraschend aber nachvollziehbar.

Amelie Buchwald