Daniel Kehlmann „Tyll“

In Daniel Kehlmanns spannenden und sehr unterhaltsamen  Roman wird die Figur des allseits  bekannten  Schelmen Till Eulenspiegel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges versetzt. Tyll wächst als der Sohn eines  forschenden  und heilkundigen Müllers auf, der  seiner Zeit weit voraus ist. Das macht ihn verdächtig, als zwei durchreisenden Jesuiten auf den Vater aufmerksam werden und Befragungen im Dorf  anstellen, finden sich bald belastende Zeugen,  die den Müller der Hexerei bezichtigen, ihm wird der Prozess gemacht. Nach der Hinrichtung des Vaters  muss Tyll fliehen,  zusammen mit der Bäckerstochter Nele schließt er  sich dem Gaukler  Pirmin an.Bei ihm durchläuft er  eine harte Schule und erlernt das notwendige Handwerk , um sein Leben als Narr bestreiten zu können. Fortan reist er durch das von  Krieg, Hungersnöten, geplagte Land und treibt seinen Spaß mit den  einfachen Leuten und verspottet die  Obrigen. Seine Wege kreuzen sich mit vielen Persönlichkeiten jener Zeit , deren Namen in Geschichtsbüchern noch zu finden  sind . So zeichnet  der Autor  sprachgewaltig und  atmosphärisch dicht  ein Panorama des Dreißigjährigen Krieges, die Verheerungen die dieser Glaubenskrieg im Lebensalltag der Menschen anrichtete. Ein sehr empfehlenswertes Buch, dass Lust macht sich vertiefend mit der Geschichte des Dreissigjährigen Krieges zu beschäftigen.

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