Lena Andersson „Widerrechtliche Inbesitznahme“


Der aktuelle Roman von Lena Andersson „Widerrechtliche Inbesitznahme“ erzählt im sachlichen Stil, der leicht an eine Reportage erinnert und an den ich mich doch erst gewöhnen musste, von einer Frau, die einem Mann auf obsessive Weise verfällt.

Ester Nilson, Dichterin und Essayisten, bekommt den Auftrag einen Vortrag über den Künstler Hugo Rask zu halten. Im Vornhinein schon von ihm als Künstler beeindruckt wird diese Bewunderung durch ein Zusammentreffen mit Hugo Rask nur verstärkt. Ein unverbindliches Verhältnis nimmt seinen Lauf, in der Ester von einer vernunftgeleiteten zu einer gefühlsgesteuerten Protagonistin mutiert. „Widerrechtliche Inbesitznahme“, so könnte man die Beziehung zwischen Hugo und Ester treffend beschreiben.

Immer wieder habe ich mich über die Wortwahl mancher Episoden enorm amüsiert und im Grunde die Lektüre sehr genossen.

In Ester brodelt als Folge ihrer irrationalen Liebesabhängigkeit ein innerlicher Kampf zwischen Vernunft und Emotionen. Dieser ist sehr gut nachvollziehbar dargestellt. Und doch konnte ich über Ester zusammen mit ihrem „Freundinnenchor“ manchmal nur den Kopf schütteln.  JM

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