Gerhard Schweizer, Mit offenem Blick

Das neue Buch von Gerhard Schweizer beginnt wie ein Reisebericht seiner ersten großen Reise 1964, vom Ruhrgebiet bis zunächst Istanbul mit dem „Gastarbeiterzug“. Als Schweizer zusteigt ist das Zugabteil bereits mit 5 heimkehrenden Türken besetzt. Seinen reservierten Platz muss er sich erkämpfen. Zunächst herrscht grimmige Stimmung, die sich bereits einige Stunden später beim gemeinsamen Essen des Proviants der Türken aufgelöst hat. Die geführten Gespräche drehen sich über das Reisen aus unterschiedlichen Gründen. Nur Reisen von und zur Arbeit oder zur Familie oder Verwandten finden Anerkennung, Reisen zur Bildung oder gar zum Vergnügen sind für die heimkehrenden Gastarbeiter undenkbar.
Das spannend und äußerst anregend geschriebene Buch umfasst etliche Reiseberichte über einen Zeitraum von fast Jahren über die Türkei, Syrien  und Persien, Afghanistan, Pakistan  und Indien.  Auch Fernost, Thailand, Kambodscha bis China bereist Gerhard Schweizer mehrmals  während  dieses langen Zeitraums  und unter veränderten politischen Bedingungen. Besonders interessant sind die immer wieder auftauchenden  Reflektionen  mit der eigenen heimatlichen Kultur und Sichtweise, dabei werden auch unangenehme Wahr-heiten angesprochen.
Schweizer beschreibt wie es zunehmend  schwieriger wird authentische Eindrücke zu finden, in dieser sich ähnelnden Welt.  Schweizer bekennt, dass er ein Teil des globalisierten Reisens ist.
Auch die Aspekte der Migrationsbewegung werden sehr ausgewogen von allen Seiten beleuchtet. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zu unseren derzeitigen Problemen , auch in Bezug auf Pandemien.

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