Jochen Schimmang , Mein Ostende

Es war Liebe auf den zweiten Blick und sie begann für Jochen Schimmang an einem grauen Novemberabend Anfang der achtziger Jahre,  als er mit der Fähre zu spät angekommen war, und die Zugverbindung nach Köln verpasste.  Sein unfreiwilliger Aufenthalt gestaltete sich so überraschend , dass er schon auf der Rückreise beschloss diesen Ort bei nächster Gelegenheit näher ergründen zu wollen.
Auf den Spuren der Geschichte wandelnd,  weiß der Autor viel Interessantes zu erzählen : So zum Beispiel, dass Ostende eine Insel war , die unmittelbar vor dem damaligen Küstenstreifen lag und nur durch einen natürlichen Kanal vom Festland getrennt war. Bald nach der Eindeichung und Entwässerung entstanden die Orte auf der Insel, von denen Ostende der größte war. Von den einst prachtvollen Villen der ‚Königin der Seebäder“ ,wie Ostende in den Prospekten der Kaiserzeit gepriesen wurde, denn nicht nur Brüssel, sondern vor allem  Ostende profitierte von den Investitionen Leopold II, in Prunkbauten wie Kursaal oder Sommerresidenz , ist heute fast nichts mehr zu sehen.
Nicht nur Ostende auch alle anderen Küstenorte Belgiens haben sich dafür entschieden, mit dem „Blick aufs Meer für alle“ Kapital zu schlagen. Die heutigen Urlauber und Kurzbesucher der Stadt genießen das demokra-tische Angebot aller Qualitäts- und Preisklassen an Unterkünften und Restaurants .
Das interessant und flüssig geschriebene Buch macht Lust auf eigene Entdeckungen auf den Spuren großer Autoren  wie Stefan Zweig und seine Kreise. Oder Simenon, von dem Kriminalromane auch in Ostende spielen. Den Malern von Ensor bis Spillaert, oder dem Filmemacher Henri Stock. Die Musiker alle aufzuzählen ,die hier aufgetreten oder teilweise gelebt haben, würde den Rahmen sprengen.  Exemplarisch für empfehlenswerte Cafés sei nur das „Leesehuis“ und das „Botteltje“ genannt. Unbedingt empfiehlt der Autor einen Besuch  im  MuZee“.  

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