Buchtipps

Paul Mason „Postkapitalismus „


Paul Mason vertritt in seinem Buch „Postkapitalismus -Grundrisse einer kommenden Ökonomie“ die These: Wir stehen vor etwas Neuem. Wir haben unsere Welt durch Unterlassung und hinhaltendem Verhalten in vor allem drei  Kernbereichen, dem Klima, der Demographie und den Finanzen, in eine Situation gebracht, die das Risiko schwerer Erschütterungen in sich birgt. Es sieht so aus als würden sich die Folgen dieser drei sich gegenseitig noch verstärkenden Hauptprobleme auf Grund der Grenzen der menschlichen Willenskraft noch dramatisch verschärfen. Der Druck auf Veränderungen wird in den kommenden Jahrzehnten so zunehmen, dass sich zwangsläufig entscheidende Veränderungen einstellen werden. Wenn wir Einfluss auf die Gestaltung nehmen wollen, müssen wir Position beziehen.
Dieses Buch stellt themenübergreifend viele Fakten dar, welche dringend notwendige Diskussionen auslösen werden. JH

 

Irmgard Keun „Kind aller Länder“


Eine interessante Wiederentdeckung  und kurzweilig zu lesen ist der 1938 in Amsterdam erschienene Exilroman „ Kind aller Länder“ von Irmgard Keun . Nach der Lektüre von  Volker Weidermanns kenntnisreichen  Buch „Ostende 1936. Sommer einer Freundschaft“  ist unschwer der autobiographische Bezug  in diesem Roman zu erkennen. Kully, ein kleines aufgewecktes Mädchen,  erzählt vom rast-und ruhelosen,  aufregenden  Leben ihrer  Familie im Exil.  Der  Vater , ein bekannter Schriftsteller und Journalist, muss Deutschland verlassen , seine Bücher  sind dort verboten , zusammen mit Frau  und Kind reist er quer durch Europa bis nach Amerika,  immer  auf der Suche nach neuen Geldgebern  und Sponsoren für seine Buchprojekte, immer in der Sorge um Visa und gültige Ausweisdokumente . Sobald  das  Geld aufgetrieben, ist  es  verschwenderisch  wieder ausgegeben. Frau und Kind bleiben oft mittellos  „als Pfand“ in den Hotels von Brüssel , Ostende, Amsterdam usw. zurück , die Gläubiger vertröstend,  und auf den Vater wartend .Kully ist oft auf sich  allein gestellt und so erkundet sie mit kindlicher Neugier und Unbefangenheit  ihre Umwelt  und versucht sie sich zu erklären und zu deuten, daraus entsteht ein bewegendes Zeitdokument mit beklemmend aktuellen Bezügen.SH

 

Hans-Dieter Rutsch „Das preussische Arkadien – Schlesien und die Deutschen“


„Jahrzehntelang war Schlesien fast vergessen. Dabei inspirierte diese Landschaft Johann Wolfgang Goethe, Caspar David Friedrich, Karl Friedrich Schinkel, Theodor Fontane und unzählige andere Künstler und Dichter; die preußischen Könige bauten Schlösser im Hirschberger Tal, das Riesengebirge war ein Sehnsuchtsziel der ersten Wanderer. Hans-Dieter Rutsch erzählt die Geschichte dieses „preußischen Arkadiens“, spürt den Schicksalen nach, die sich damit verbinden, und schildert die Wiederentdeckung einer der reichsten Kulturlandschaften Europas“
Die Lektüre des Buches hat mich so fasziniert, dass ich meine Urlaubsplanung für dieses auf das nächste Jahr verschoben habe und dafür eine Schlesien-Reise vorgezogen habe.
Ich habe es nicht bereut und gleich auf meiner ersten Polenreise überhaupt einen europäischen Kulturraum mit seiner wechselhaften Geschichte kennengelernt. Neben der Metropole Breslau (Wroclaw), Kulturhauptstadt 2016, warteten mittlere und kleine Städte und Schlösser entdeckt zu werden.  JH